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Erdbeben überstanden

Mittwoch, August 24th, 2011

Mit vielen Dingen hatten wir ja gerechnet, als wir nach Amerika gezogen sind, aber ein Erdbeben an der Ostküste war nun wirklich nicht dabei.
Gestern um 13:52 Uhr (komische Angewohnheit, bei solchen Ereignissen auf die Uhr zu schauen) gab es erst eine leichte Vibration in dem Bürogebäude, in dem ich in der 6. Etage mein Büro habe, so dass ich dachte, dass die Bauarbeiter diesmal aber wenig übertreiben und dann fing alles an sich zu bewegen. Komisches Gefühl, wenn ein 9 Stockwerke hohes Haus auf einmal in sich wackelt, so dass man doch wie auf einem Schiff ins Schwanken kommt. Das ganze dauerte ungefähr 30 Sekunden, die mir aber deutlich länger vorkamen.
Nach der Evakuierung gelang es mir verhältnismäßig schnell Claudia zu erreichen, um sicher zu sein, dass auch bei ihr und den Katzen alles in Ordnung ist. In der 8888 hatten die Vitrinen und der Terrakottakrieger zwar auch bedenklich gewackelt und die Schubladen der Kommoden öffneten sich, aber alles blieb heil. Die Kater waren auch etwas verängstigt und mussten erst mal auf den Arm, waren abends aber wieder ziemlich normal.
Im Anschluß an das Beben kam es dann zu einem ziemlichen Verkehrschaos in Washington, weil viele Firmen ihre Angestellten nach Hause schickten und dadurch zu viele Leute gleichzeitig losfuhren. Nach einger Wartezeit und dann ungefähr der doppelten Fahrzeit schafften wir es aber auch unser Village in Virginia zu erreichen.
In Washington hielten sich die Schäden zwar in Grenzen, aber die Kathedrale und das Washington Monument wurden beschädigt und heute blieben zahlreiche Gebäude und vor allem Schulen geschlossen, um sie erst gründlich auf Schäden zu untersuchen.
In unserer Siedlung und leider auch bei meiner Kollegin Katharina brachen einige Wasserrohre und es entstanden dadurch ziemlich große Schäden an Möbeln, Fußböden und Wänden.
Im Radio hörte ich heute ein Interview mit einer Wissenschaftlerin, die erklärte, dass hier die Erdstruktur eine ganz andere sei, als in den sonst als stark erdbebengefähdet angesehenen Gebieten wie Kalifornien, weil sich die Schollen viel tiefer und vor allem viel langsamer bewegen. Deshalb rechnete sie erstens nicht Nachbeben und zweitens nicht damit, dass irgendwer von uns noch ein Beben hier erleben werde. Das letzte vergleichbare Beben hier war 1884 und war wohl noch etwas schächer. Gestern wurden 5,8 auf der Richterskala gemessen und ehrlich gesagt hab ich wenig Lust, mehr auszuprobieren.

Zum anderswo nachlesen:
Spiegel online